Umfrage an 33 Schulen: 94 Prozent der Schulen bleiben bei der „Bewegten Schulpause“ am Ball

30.000 Kinder nahmen an 120 Grundschulen an der bundesweiten Initiative „Die bewegte Schulpause“ teil. Pro Kind kamen so rechnerisch 2015 mehr als 1.000 Minuten an zusätzlicher Bewegung zusammen, freuten sich die Initiatoren Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer und Schuheinzelhändler Deichmann zum Jahresanfang. Nun gibt es erneut Grund zur Freude: Eine Umfrage unter den teilnehmenden Schulen beweist, dass die Initiative Wurzeln geschlagen hat und Früchte trägt: Sie wird weiter intensiv und mit Sportsgeist gelebt. 94 Prozent der Schulen wollen die knapp 40 Übungen dauerhaft als festen Bestandteil ihres Schulprogramms nutzen, sogar 97 Prozent empfehlen sie weiter.

72 Prozent der Kinder bewerten „Die Bewegte Schulpause“ in Schulnoten als „sehr gut“ oder „gut“, bei den Lehrern waren es sogar 82 Prozent. Wann die Bewegungsübungen in die Schulzeit eingebaut werden, wurde ebenfalls gefragt. 27 Prozent der Schulen nutzen die Pausen, 20 Prozent den Unterrichtsbeginn, 15 das Ende von Schulstunden, 4 Prozent das Ende des Schultages und 34 Prozent zudem einen eigenen Aktionstag. Gut die Hälfte der Schulen war täglich in Bewegung, 16 Prozent sogar mehrmals täglich. Besonders erfreulich für die Initiatoren: 94 Prozent der befragten Schulen wollen auf die Übungen künftig nicht mehr verzichten. Die Gründe liegen auf der Hand: So stellte man an 79 Prozent der Schulen fest, dass die Kinder dank der Übungen ihren Körper besser wahrnehmen, 67 Prozent haben eine höhere Konzentrationsfähigkeit festgestellt und 51 Prozent sehen eine höhere Ausgeglichenheit. Eine spürbare Verbesserung der Leistungsfähigkeit hat jede fünfte Schule erkannt.

Viele Schulen würden sich laut Umfrage auch mehr Gesundheitsunterricht wünschen, entweder als Bestandteil des Sachkundeunterrichts oder als eigenständiges Fach – warum? „Oft müssen häusliche Defizite aufgefangen werden, das Wissen um die Gesunderhaltung des Körpers ist dabei sehr wichtig“, sagt eine Lehrerin. In einigen Elternhäusern sei gesunde Ernährung eher kein Thema, „Grundschüler sind aber sehr empfänglich dafür, Gesundheitsthemen sollten im Unterricht mehr diskutiert werden“, wünscht sich eine Pädagogin.

Rückblick: Ob eine Runde „Sprungtaucher“, „Kettenkarussell“ oder „Reisebus“: Knapp 40 Bewegungsübungen für drinnen und draußen, die ganz ohne Geräte auskommen, hatte die Dietrich Grönemeyer Stiftung mit der Unterstützung von Deichmann entwickelt. Der Hintergrund: Bewegungspausen machen fitter, konzentrierter und stärken das Selbstvertrauen. Die Initiative „Die bewegte Schulpause“  hatte Lehrer und Schüler aus ganz Deutschland 2015 täglich rechnerisch 20 Minuten in Schwung gebracht. Mit ihrem Anliegen, Bewegung und Sport direkt in den Schulalltag zu bringen, greifen die Initiatoren ein aktuelles Thema auf: Denn Kinder haben heute wesentlich weniger Zeit für Sport in der Freizeit, weil sie oft von früh bis spät in der Schule sitzen und danach noch lernen müssen. So lautet eines der Hauptergebnisse des „Deutschen Kinder- und Jugendsportberichts 2015“.

Die Berliner Carl-Kraemer-Grundschule gehört zu den ersten Teilnehmern: „Motorische Defizite und Übergewicht sind bei Kindern heute leider ein großes Thema. Die Schüler haben die Übungen mit großer Begeisterung angenommen. Wir haben zudem beobachtet, dass sie sich danach besser konzentrieren können“, so Johannes Wildemann, Sportlehrer an der Grundschule. Auch andere Schulen hatten sich schon früh und positiv zum Bewegungsprogramm geäußert: Für viele ist die Initiative die willkommene Initialzündung, tägliche Bewegungseinheiten fest im Stundenplan zu verankern. Viele Pädagogen betonen zudem das integrative Potenzial der Übungen – in einigen Grundschulen leiten etwa die älteren Kinder die jüngeren an. Auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden Anzahl von Flüchtlingskindern zeige sich einmal mehr: Gemeinsame Bewegung überwinde Sprachbarrieren und schaffe Begegnung.

Im Rahmen der Initiative konnten die Schulen auch einen Aktionstag austragen, an dem sie ihr Engagement in Sachen mehr Sport und Bewegung der Öffentlichkeit vorstellten: 67 Grundschulen taten dies allein 2015.

Sämtliche Informationen zur Initiative und das komplette Bewegungsprogramm gibt es unter www.bewegte-schulpause.de.

Zum Hintergrund der Initiative „Die bewegte Schulpause“:
Mit der Initiative reagieren die Partner Dietrich Grönemeyer Stiftung und Deichmann auf die besorgniserregenden Folgen des Bewegungsmangels, der zunehmend auch Kinder betrifft:

  • Deutsche Schulkinder bewegen sich heutzutage nur noch eine Stunde pro Tag, davon entfällt nur ein Viertel bis die Hälfte auf sportliche Aktivitäten.
  • Die Folgen: Mangelndes Training wirkt sich negativ auf die Entwicklung des Bewegungsapparates und des Gehirns aus.
  • Immer weniger Kinder sind in der Lage, beispielsweise über einen Balken zu balancieren, länger auf einem Bein zu stehen oder rückwärts im Kreis zu laufen.
  • Jedes fünfte Kind leidet mittlerweile unter Adipositas (Fettleibigkeit).
  • Und: Was noch vor ein paar Jahren fast ausschließlich den älteren Generationen vorbehalten war, hat sich längst in den Kinderzimmern der Nation breitgemacht: Der Diabetes, Typ II, die nicht genetisch bedingte Zuckerkrankheit.
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