Kinder und Bewegung

Kinder beim Tauziehen

Zur Bewegungsaktivität von Kindern

Obschon es eigentlich kein Geheimnis ist, dass Bewegung nicht nur für die körperliche, sondern auch für die geistige Fitness wichtig ist, hat sich unsere Gesellschaft in eine andere Richtung entwickelt: Laut der Weltgesundheitsbehörde (WHO) bewegen sich mehr als 60 Prozent der Erwachsenen weltweit zu wenig. In Deutschland sind rund 37 Millionen Erwachsene übergewichtig. Damit bildet die Mehrheit leider nicht unbedingt ein Vorbild für die Kinder. Doch gerade im frühen Alter werden die wichtigen Grundlagen für die spätere Lebensweise gelegt. In keiner anderen Lebensphase spielt Bewegung eine so wichtige Rolle wie in der Kindheit: Toben, Rennen, Laufen, Klettern, Hüpfen und Springen machen Kinder nicht nur geschickt und fit, sondern sorgen auch für psychisches Wohlbefinden und stärken das Selbstvertrauen.

Die Realität sieht leider etwas anders aus: Den Großteil ihrer Freizeit verbringen Kinder heute zuhause vor dem Computer oder Fernseher. Rund ein Viertel der Grundschüler zwischen sechs und zehn Jahren gibt an, nur noch maximal einmal in der Woche im Freien zu spielen. Jedes vierte Kind zwischen drei und zehn Jahren bewegt sich im Durchschnitt zu wenig (KiGGS-Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit in Deutschland).

Der Bewegungsmangel wirkt sich besorgniserregend auf die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen aus. Dies zeigt das Motorik-Modul (MoMo) der KiGGS-Studie, welche die heutige körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern mit der früherer Generationen vergleicht: So sind 86 Prozent der 4- bis 17-Jährigen heute nicht mehr in der Lage, eine Minute auf einem Bein zu balancieren. Fast die Hälfte erreicht bei einer Rumpfbeuge mit den Fingern den Boden nicht mehr. In seinem Buch „Mensch bleiben“ führt Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer die beunruhigenden Folgen auf: Jedes fünfte Kind leidet mittlerweile unter Adipositas (Fettleibigkeit). Was früher vorwiegend der Generation „40+“ vorbehalten war, betrifft heutzutage auch die junge Bevölkerung: Immer mehr Kinder sind von Diabetes mellitus (Typ II), der nicht genetisch bedingten Zuckerkrankheit, betroffen.

Fakten-Check Kindergesundheit

  • Deutsche Schulkinder betätigen sich heute im Durchschnitt nur 15 bis maximal 30 Minuten pro Tag sportlich.
  • Traurige Wahrheit: Immer weniger Kinder sind in der Lage, über einen Balken zu balancieren, länger auf einem Bein zu stehen oder rückwärts im Kreis zu laufen.
  • Die Folgen: Bewegungsmangel wirkt sich negativ auf die Entwicklung von Muskeln, Skelett und Gehirn aus.
  • Jedes fünfte Kind leidet heute unter Adipositas (Fettleibigkeit).
  • Was vor ein paar Jahren noch weitgehend der Generation „40+“ vorbehalten war, betrifft heute auch die junge Bevölkerung: Kinder sind zunehmend von Diabetes mellitus (Typ II) betroffen.

Quelle: Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer „Mensch bleiben“

Motorik-Modul

Mit der Initiative „Die bewegte Schulpause“ möchten Prof. Dr. Grönemeyer und Deichmann diesen Entwicklungen gemeinsam mit den Schulen etwas entgegensetzen und dem Ziel von mehr Gesundheit durch ausreichend Bewegung näher kommen: Bewegung soll Schule machen!